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04.02.2012










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Mit blühenden Bäumen für das Leben

Kichwa-Indianer aus Ecuador berichtete über den Widerstand gegen Erdölkonzerne

Die Bewohner von Sarayacu wollen in Harmonie mit der Natur leben und wir wollen keine Verschmutzung durch Ölförderung, die uns umbringt."
 
Das betonte am Donnerstag Abend der Präsident der KichwaGemeinde Sarayacu Dionisio Machoa im Stadtweinhaus, der auf Einladung von Vamos e.V., dem Amt für Grünflächen und Umweltschutz, der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und Oro Verde zu Gast in Münster war.
 
Vor 40 interessierten Gästen berichtete Dionisio Machoa Santi über die permanente Bedrohung ihrer Kultur und Umwelt, die die rund 200 Kichwa im Amazonastiefland von Ecuador ausgesetzt sind: denn ihr rechtmäßig anerkanntes Gebiet liegt im sogenannten "Block 23", wo Ölkonzerne und die ecuadorianische Regierung über die Köpfe der Ureinwohner hinweg, Öl fördern wollen. Doch dagegen leisten die Menschen in Sarayacu seit Jahren Widerstand, trotz Bestechung, Einschüchterungen und massiver Menschenrechtsverletzungen.
 


Sonja Begalke (Vamos e..V) und Dionisio Machoa, Präsident der Kichwa-Gemeinde Sarayacu, Ecuador                                                                             Foto: Ralf Emmerich

Die Kichwa wissen um die zerstörerischen Folgen der Ölförderung: im Norden Ecuadors leiden bereits viele Indigene unter der Abholzung von Tausenden Hektar Regenwald, vergifteten Böden, verseuchten Wasser und Krankheiten, durch die Verbrennung von Gas, undichte Abwasserbecken und Pipelines.
 
Akkut ist im Moment die Bedrohung durch den italienischen Ölkonzern AGIP der im nördlich angrenzen "Block 10" nach Öl bohren will und die Zustimmung der Bewohner dort mit hohen Geldsummen erkauft. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis AGIP auch auf unser Gebiet vorstößt", befürchtet Dionisio Machoa. Dagegen hat die Gemeinde Sarayacu das Projekt "Lebensgrenze" entwickelt. Blühende Bäume von Obstund Medizinpflanzen werden an strategischen Punkten der Gemeindegrenze gepflanzt, die in einigen Jahren aus der Luft sichtbar sein soll, denn die Ölkonzernarbeiter und Militärs kommen mit Hubschraubern.
 
Ein weiterer Baustein des Projekts ist das Zentrum für Bildung und traditionelles Wissen. "Wir haben Alternativen für unserer Zukunft entwickelt, denn viel wichtiger als das schnelle Geld, das der Staat mit der Ölförderung für einen kurzen Moment machen kann ist doch der Wald, der eine nie versiegende Quelle des Reichtums ist - wenn man ihn schützt, so Dionisio Machoa.


(von links ) Achim Specht (Amt für Grünflächen und Umweltschutz der Stadt Münster,

Ulrike Kuhlmann (Gesellschaft für bedrohte Völker), Dionisio Machoa (Präsident der Kichwa-Gemeinde Sarayacu, Ecuador), Sonja Begalke (Vamos e.V.), Arne Zindel (Gesellschaft für bedrohte Völker)                                                      Foto: Ralf Emmerich

"Die Situation in Sarayacu macht uns unsere Verantwortung für eine weltweite 'Klimagerechtigkeit' bewusst, denn unser Rohstoff und Energieverbrauch geschieht oft auf Kosten der Menschen in Ländern der Dritten Welt, sagt Sonja Begalke vom entwicklungspolitischen Verein Vamos e.V., der Sarayacu politisch unterstützt. "
 
Die Kampagne 'Klima sucht Schutz in Münster' der Stadt Münster will hier vor Ort deutlich machen, wie wichtig das Thema ist und dass jeder Bürger einen Beitrag zum Klimaschutz beitragen kann", erklärt Achim Specht vom Umweltamt der Stadt Münster: "
 
Es ist uns ein Anliegen, Sarayacu zu unterstützen, denn Sarayacu setzt sich für den Erhalt der grünen Lunge der Erde - den Regenwald ein und damit letztlich auch für uns."
 
Weitere Informationen unter:
www.muenster.de/stadt/umwelt/klimasuchtschutz.html
www.gfbv.de
 
Hier gelangen Sie zu Pressemitteilung und -fotos.

 
 
 
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