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Mit blühenden Bäumen für das Leben
Kichwa-Indianer aus Ecuador berichtete über den Widerstand gegen Erdölkonzerne
Die Bewohner von Sarayacu wollen in Harmonie mit der Natur leben und wir
wollen keine Verschmutzung durch Ölförderung, die uns umbringt."
Das betonte am Donnerstag
Abend der Präsident der KichwaGemeinde Sarayacu Dionisio Machoa im Stadtweinhaus, der
auf Einladung von Vamos e.V., dem Amt für Grünflächen und Umweltschutz, der Gesellschaft für
bedrohte Völker (GfbV) und Oro Verde zu Gast in Münster war.
Vor 40 interessierten Gästen
berichtete Dionisio Machoa Santi über die permanente Bedrohung ihrer Kultur und Umwelt, die die
rund 200 Kichwa im Amazonastiefland von Ecuador ausgesetzt sind: denn ihr rechtmäßig
anerkanntes Gebiet liegt im sogenannten "Block 23", wo Ölkonzerne und die ecuadorianische
Regierung über die Köpfe der Ureinwohner hinweg, Öl fördern wollen. Doch dagegen leisten die
Menschen in Sarayacu seit Jahren Widerstand, trotz Bestechung, Einschüchterungen und
massiver Menschenrechtsverletzungen.

Sonja Begalke (Vamos e..V) und Dionisio Machoa, Präsident der Kichwa-Gemeinde Sarayacu, Ecuador Foto: Ralf Emmerich
Die Kichwa wissen um die zerstörerischen Folgen der Ölförderung: im Norden Ecuadors leiden
bereits viele Indigene unter der Abholzung von Tausenden Hektar Regenwald, vergifteten Böden,
verseuchten Wasser und Krankheiten, durch die Verbrennung von Gas, undichte Abwasserbecken
und Pipelines.
Akkut ist im Moment die Bedrohung durch den italienischen Ölkonzern
AGIP der im nördlich angrenzen "Block 10" nach Öl bohren will und die Zustimmung der
Bewohner dort mit hohen Geldsummen erkauft. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis AGIP auch auf
unser Gebiet vorstößt", befürchtet Dionisio Machoa. Dagegen hat die Gemeinde Sarayacu das
Projekt "Lebensgrenze" entwickelt. Blühende Bäume von Obstund
Medizinpflanzen werden an strategischen Punkten der Gemeindegrenze gepflanzt, die in einigen Jahren aus der Luft sichtbar
sein soll, denn die Ölkonzernarbeiter und Militärs kommen mit Hubschraubern.
Ein weiterer
Baustein des Projekts ist das Zentrum für Bildung und traditionelles Wissen. "Wir haben
Alternativen für unserer Zukunft entwickelt, denn viel wichtiger als das schnelle Geld, das der
Staat mit der Ölförderung für einen kurzen Moment machen kann ist doch der Wald, der eine nie
versiegende Quelle des Reichtums ist - wenn man ihn schützt, so Dionisio Machoa.

(von links ) Achim Specht (Amt für Grünflächen und Umweltschutz der Stadt Münster,
Ulrike Kuhlmann (Gesellschaft für bedrohte Völker), Dionisio Machoa (Präsident der Kichwa-Gemeinde Sarayacu, Ecuador), Sonja Begalke (Vamos e.V.), Arne Zindel (Gesellschaft für bedrohte Völker) Foto: Ralf Emmerich
"Die Situation in Sarayacu macht uns unsere Verantwortung für eine weltweite
'Klimagerechtigkeit' bewusst, denn unser Rohstoff und Energieverbrauch geschieht oft auf
Kosten der Menschen in Ländern der Dritten Welt, sagt Sonja Begalke vom
entwicklungspolitischen Verein Vamos e.V., der Sarayacu politisch unterstützt. "
Die Kampagne
'Klima sucht Schutz in Münster' der Stadt Münster will hier vor Ort deutlich machen, wie wichtig
das Thema ist und dass jeder Bürger einen Beitrag zum Klimaschutz beitragen kann", erklärt
Achim Specht vom Umweltamt der Stadt Münster: "
Es ist uns ein Anliegen, Sarayacu zu
unterstützen, denn Sarayacu setzt sich für den Erhalt der grünen Lunge der Erde - den
Regenwald ein und damit letztlich auch für uns."
Weitere Informationen unter:
www.muenster.de/stadt/umwelt/klimasuchtschutz.html
www.gfbv.de
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