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Blühende Zukunft?
Veranstaltung am 29. 5.07 über die Schnittblumenproduktion in Uganda
Ein Großteil der Schnittblumen, die in Deutschland verkauft werden, stammt nicht aus heimischer Produktion, sondern aus Südamerika und Afrika. So werden zum Beispiel aus Uganda pro Jahr rund 7000 Tonnen Blumen vor allem nach Europa und in die USA exportiert. Der junge Sektor gehört inzwischen zu den größten Wachstumsbranchen des afrikanischen Landes. Zurzeit sind dort ca. 6.000 Menschen tätig, 80 Prozent davon sind Frauen. Die Erfolgsmeldungen des Wirtschaftszweiges stehen im krassen Gegensatz zu den katastrophalen Arbeitsbedingungen.
Flavia Amoding und Stephen Baraza berichten über die unhaltbaren Arbeits-
bedingungen in der ugandischen Blumenproduktion Foto: Elisabeth Paßlick
"Die Beschäftigten verdienen zwischen 50 Cent und einem Euro am Tag - nicht einmal so viel, wie hier eine Rose kostet, im Monat sind das ca. 20 Euro. Zum Überleben braucht eine Familie aber mindestens 76 Euro in Uganda: Der Lohn reicht nicht, um satt zu werden und eine Familie zu ernähren“, berichtete Flavia Amoding, Referentin der ugandischen Arbeiterbildungsorganisation UWEA (Uganda Workers’ Eduacation Association) auf der Veranstaltung von Vamos e.V. am 29.5.2007.
Die Hauptprobleme seien die geringen Löhne, die unbezahlten Überstunden, die fehlende Arbeitsplatzsicherheit, die mangelnde Schutzkleidung gegen die hochgiftigen Pestizide und vor allem die Unwissenheit der Beschäftigten über ihre Rechte als Arbeitnehmer. „Ich weiß es aus eigener Erfahrung als Blumenarbeiter: Die Arbeiter auf den Blumenfarmen werden von den Besitzern der Farmen wissentlich den Giften ausgesetzt“, beschrieb Stephen Baraza, Generalsekretär der neuen Blumengewerkschaft UHAWA (Uganda Horticultural and Allied Workers Union) eine Situation ohne jeglichen Gesundheits- und Arbeitsschutz.
Flavia Amoding und Stephen Baraza appellierten an die Besucher der Veranstaltung, sich an einer internationalen Protestkampagne zu beteiligen. So solle der ugandische Verband der Blumenfarmen mit Briefen und E-Mails aufgefordert werden, die grundlegenden Arbeitsrechte zu respektieren, eine freie Gewerkschaftswahl für die Angestellten und die Ausarbeitung von Tarifverträgen zuzulassen.
Den Protestbrief (auf Englisch) finden Sie hier
und hier die deutsche Übersetzung.
Bitte senden Sie den Biref (inklusive der Kopien) möglichst per Post nach Uganda.
Vielen Dank fürs Mitmachen!
Die Gäste aus Uganda waren auf Einladung der Menschenrechtsorganisation FIAN auf einer Informationsrundreise durch Deutschland.
Hier können Sie die Pressemitteilung und das -foto zur Veranstaltung einsehen.
Veranstalter: Vamos e.V. Münster
in Kooperation mit der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V., der Evangelischen Studierendengemeinde Münster und der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, Diözesanverband Münster