| |
| |
| |
| |
| |
| |

Kunden fordern Sozialstandards
Vamos e.V. übergibt Unterschriften an den Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland
Zum Abschluss der Kampagne "fair und fit - mach mit! Für Menschenrechte in der weltweiten Sportbekleidungsproduktion" überreichte Barbara Issel von Vamos e.V. eine Unterschriftensammlung an Geschäftsführerin Karin Eksen vom Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland (EHV).
Karin Eksen (Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland) nimmt die 1500
Unterschriften von Barbara Iissel (Vanmso e.V.) entgegen. Foto: Ralf Emmerich
1500 Unterschriften
Die über 1500 Unterzeichner fordern den EHV auf, sich zusammen mit seinen Mitgliedern für die Einhaltung von Sozialstandards bei der Produktion von Bekleidung einzusetzen.
In den vergangenen zwei Jahren hatte Vamos e.V. die Bürger in Münster und Umgebung darüber informiert, dass Millionen Frauen unter ausbeuterischen Bedingungen in den Bekleidungsfabriken in Asien, Osteuropa und Mittelamerika arbeiten - ohne Arbeitsrechte und zu geringstem Lohn.
Die sportlichen Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele in diesem Jahr machen die Diskrepanz zwischen den enorm hohen Gewinnen der großen Sportartikelkonzerne wie adidas, Puma und Nike zu den Niedrigstlöhnen der Näherinnen besonders deutlich.
„Mit unserer Postkartenaktion wollten wir Verbraucher dazu ermutigen, ihren Kundenwunsch nach gerechten und fairen Produktionsbedingungen zu äußern“, erklärt Barbara Issel vom Vamos - Vorstand die Aktion.
Barabra Issel (Vamos e.V.) erläutert die Ziele der
Postkartenaktion. Foto: Ralf Emmerich
Verantwortung vor Ort
Zusammen mit Vamos e.V. richten die Unterzeichner ihren Protest an die Einzelhändler im gesamten Münsterland. Die Unternehmen vor Ort sollen an ihre Verantwortung gegenüber den Menschen in den Produktionsländern erinnert werden. Denn auch wer nicht selber in China, Rumänien oder Nicaragua produzieren lässt, kauft solche Waren über diverse Zwischenhändler ein. Zu den geforderten fairen Bedingen gehören ein Existenz sichernder Lohn, geregelte Arbeitszeiten, freie Gewerkschaftswahl, Arbeitsschutz und Gesundheitsvorsorge sowie Schutz vor Diskriminierung.
Verband möchte aktiv werden
„Durch die Postkartenaktion von Vamos e.V. können wir nun besser einschätzen, wie wichtig den Kunden Sozial- und Umweltstandards sind“, bestätigt Karin Eksen, Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland. „Als Verband werden wir diesen Kundenwunsch nach Fairness und Menschlichkeit zunächst unseren Mitgliedern zur Kenntnis geben, damit diese wiederum auf Produzenten entsprechend zugehen können. Es ist allerdings bisher in der Regel so, dass der Preis bei den Kunden eine sehr große Rolle spielt. Auch wenn sich nun viele für die fairen Produktionsbedingungen aussprechen, muss natürlich im Endeffekt auch die entsprechende Nachfrage im Handel da sein. Die mit dieser Unterschriftenaktion gestellten Forderungen werden wir auch an die landes- und bundesweite Verbandsebene weitergeben“, stellt Karin Eksen in Aussicht.
Die Menge der Karten kann sich sehen lassen.
Aber bei reinen Appellen sollte es nicht bleiben, betont Barbara Issel. „Zusammen mit den Einzelhändlern würden wir gerne weitere Schritte entwickeln, um die Produktionsbedingungen für Sportartikel oder allgemein bei Bekleidung oder sonstigen Waren fair zu gestalten.“
Hier gelangen Sie zur gemeinsamen Pressemitteilung und -foto der Unterschriftenübergabe.