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Faire Blumen zum Muttertag
Schnittblumen sind ein sehr beliebtes Produkt. Sie werden gerne verschenkt: z.B. zum Muttertag. Am kommenden Sonntag, den 08. Mai 2011 ist es wieder soweit! Verschenken Sie in diesem Jahr faire Blumen!
In diesem Text erhalten Sie die wichtigsten Informationen und Vorschläge für Ihr eigenes Handeln.
Haben Sie schon mal in Ihrem Blumengeschäft gefragt, woher die Blumen stammen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden? Nutzen Sie Ihre Macht als VerbraucherIn: Steigern Sie das Angebot durch Ihre gezielte Nachfrage im Blumenladen und im Supermarkt!
Sag´ mir wo die Blumen blüh´n
80 % der Schnittblumen, die wir in Deutschland kaufen, werden importiert. Sie kommen über die Niederlande, dem größten Umschlagplatz der internationalen Blumenindustrie, zu uns – aus Ländern wie Kenia, Ecuador, Kolumbien, Simbabwe und Tansania.

In Deutschland werden jährlich fast 3,2 Mrd. Euro für Schnittblumen ausgegeben, das sind durchschnittlich 38 Euro pro Kopf. Damit liegen wir weltweit an dritter Stelle, hinter Japan und den USA. Durch diesen Konsum sind auf den Blumenfarmen in den Produktionsländern 200.000 Arbeitsplätze entstanden.

Frau an Pumpe, Foto: FIAN e.V.
Die meisten davon für Frauen. Die Arbeitsbedingungen sind jedoch prekär: Die ArbeiterInnen verdienen meist nur Hungerlöhne, haben selten feste Arbeitsverträge, sind sexuellen Belästigungen und den Gefahren von Pestiziden ungeschützt ausgesetzt.

Frau sortiert gelbe Rosen, Foto: FIAN Sprueher, Foto: FIAN
Jane, Blumenarbeiterin in Kenia:
»Was ich an meiner Arbeit ändern möchte, sind die Vorarbeiter. Weil uns die Vorarbeiter schikanieren. Wir sind wie Gefangene. Wir haben keine Freiheit, irgendetwas zu tun.«
Es geht auch anders
Einige Blumenfarmen sind nach sozialen und ökologischen Gesichtspunkten zertifiziert. Ihre Schnittblumen tragen das FLP-Siegel (Flower Label Program) oder das Fairtrade-Siegel. Beide garantieren faire Arbeitsbedingungen.

Fairtrade-Siegel FLP-Siegel
Fragen verändert die Welt!
Viele BlumenarbeiterInnen betonen, dass die KäuferInnen ihres Produktes nicht aufhören sollen, Blumen zu kaufen. Dadurch würden sie ihre Arbeit verlieren. Stellen Sie beim Blumenkauf im Fachhandel und auf dem Wochenmarkt Fragen nach Herkunftsländern, sozialen und umweltverträglichen Anbaubedingungen und machen Sie deutlich, dass Sie faire Blumen bevorzugen.
Jetzt werde ich aktiv!

Münsteraner Bürgermeisterin Vilhjalmsson verteilt Blumen an Passantinnen, Foto: Vamos

Besucherinnen aus Uganda zu Gast in Dortmund, Foto: Vamos e.V.
fair flowers - Mit Blumen für Menschenrechte
Mit der Kampagne »fair flowers – Mit Blumen für Menschenrechte« informieren wir Sie über Menschen- und Arbeitsrechtsver¬letzungen in der Blumenindustrie. Genauso wichtig ist es uns, auf Hand¬lungsalternativen hinzuweisen, die wir als VerbraucherInnen haben. Auch Kommunen und Kirchen konsumie¬ren das Alltagsprodukt Blume. Hier können Sie durch Ihre entsprechende Nachfrage zu besseren Bedingungen in der Produktion beitragen.
Kauft Ihre Kommune oder Kirchengemeinde schon fair?

Logo der Kampagne fair flowers
Der Internationale Verhaltenskodex
Das FLP- und das Fairtrade-Siegel werden nur dann vergeben, wenn der »Internationale Verhaltenskodex für die sozial- und umweltverträgliche Blumenproduktion « (International Code of Conduct = ICC) in Blumenbetrieben eingehalten wird. Der ICC gilt als der strengste Kodex in der Blumenproduktion. Er umfasst detaillierte Regelungen zu den folgenden zehn Prinzipien:
1. Gewerkschafts- und Tariffreiheit
2. Gleichbehandlungsgrundsatz und Verbot von Diskriminierung
3. Existenzsichernde Löhne
4. Geregelte Arbeitszeiten
5. Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
6. Verantwortungsvoller Umgang mit Chemikalien
7. Beschäftigungssicherheit
8. Umweltschutz
9. Keine ausbeuterische Kinderarbeit
10. Keine Zwangsarbeit
Das Flower Label Program
Das Flower Label Program (FLP) ist eine Zertifizierungsorganisation und gleichzeitig auch ein Gütesiegel für den Verbrauchermarkt. Blumen mit FLP-Siegel sind in Deutschland bei über 1.000 FloristInnen und über einige Online-Versandfirmen erhältlich. Eine Liste von AnbieterInnen, die FLP-Blumen führen, finden Sie auf der Internetseite des FLP.
FLP hat begonnen, Ware aus verschiedenen Regionen Deutschlands und aus organisch-biologischem Anbau zu zertifizieren. Es gibt Schnittblumen und einige Topfpflanzen mit FLP-Siegel. FLP-Blumen sind nicht teurer als nicht-zertifizierte Blumen gleicher Sorte und Qualität, da von der Organisation kein Aufpreis verlangt wird.
www.fairflowers.de
Das Fairtrade-Siegel
Blumenbetriebe, die von FLOCERT zertifiziert sind, können ihre Ware unter dem Fairtrade-Siegel vermarkten. Bisher gibt es ausschließlich Rosen mit Fairtrade-Siegel, die entweder aus Ostafrika oder Lateinamerika stammen. Sie sind in Supermärkten, bei Floristenketten und bei Online-Versandhäusern erhältlich. Auf der Internetseite von Transfair können Sie Bezugsquellen nachschlagen. Fairtrade-Rosen sind etwas teurer als konventionell produzierte und gehandelte Rosen gleicher Qualität. Mit einem Teil des Preisaufschlags werden z.B. soziale Projekte für ArbeiterInnen der Blumenfarmen durchgeführt.
www.transfair.org
Mehr Informationen zum internationalen Blumenhandel und zu Menschen- und Arbeitsrechten in der Blumenindustrie erhalten Sie in der Wanderausstellung »fair flowers«, der gleichnamigen Hintergrundbroschüre und in den weiteren Materialien der Kampagne »fair flowers – Mit Blumen für Menschenrechte«.
http://www.vamos-muenster.de/vamos/html/arbeit/blumen/FairFlowers.php