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Öko-soziale Beschaffung jetzt!
Ein Leitfaden für lokale Initiativen
Die Einkäufe von Waren und Dienstleistungen durch die öffentlichen
Haushalte betragen 16 Prozent des Bruttosozialprodukts. In Deutschland
sind das rund 360 Milliarden Euro jährlich. Damit sind sie eine
bedeutende Nachfragemacht auf dem Markt und wichtige Auftraggeber
für die Wirtschaft. Mit ihrem Einkaufsverhalten können die öffentlichen
Haushalte auch die Angebotsseite steuern. Schon seit vielen
Jahren fordern zivilgesellschaftliche Organisationen von Bundesund
Landesregierungen und vor allem von Kommunen, dass sie diese
Marktmacht für die Durchsetzung von Sozial- und Umweltstandards
nutzen. Denn im Zuge der Globalisierung werden die Verletzungen
von international anerkannten Arbeitsrechten und die Verschmutzung
und Ausbeutung der Umwelt durch Unternehmen zu immer
drängenderen Problemen.
Seit dem 24.April 2009 ist mit dem Inkrafttreten des Gesetzes
zur Modernisierung des Vergaberechts die Aufnahme von Sozialund
Umweltbedingungen in die Vergabe öffentlicher Aufträge in
Deutschland rechtlich möglich.

Die vorliegende Broschüre richtet sich vor allem an lokal aktive
Gruppen, die die öko-soziale Vergabe in ihrer Gemeinde oder Stadt
durchsetzen wollen. Sie bietet im ersten Teil Argumentationshilfen
und Hintergrundinformationen, erläutert die gesetzlichen Grundlagen
und die Vorgehensweise der öffentlichen Beschaffung und
enthält im zweiten Teil praktische Hinweise für die Umsetzung
einer öko-sozialen Vergabe bei bestimmten Beispielprodukten.
In Teil drei finden Sie positive Beispiele sowie nützliche Adressen
und Links.