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WestLB-Pipeline in Ecuador

Im Juni 2001 wurde in der deutschen Öffentlichkeit bekannt, dass die nordrhein-westfälische Bank WestLB größter Kreditgeber für ein äußerst umstrittenes Großprojekt im Amazonas-Regenwald von Ecuador ist.

Eine gigantische Öl-Pipeline über 503 Kilometer sollte die Fördergebiete im Regenwald mit den Häfen der Küste verbinden. Die Trasse wurde quer über die Anden und durch den ökologisch sensiblen Tropenwald geschlagen. Proteste von Anwohnern, egal ob Bauern oder Indigene, wurden abgewimmelt oder sogar mit militärischer Gewalt beantwortet.
In NRW entstand eine Welle des Protestes. Die WestLB, deren Anteilseigner über die Landesbank das Land NRW, die beiden Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe und die beiden Sparkassenverbände aus NRW sind, sollte zu einer Umkehr bewegt werden. Für zukünftige Projekte wurde die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards bei der Kreditvergabe gefordert.

Ein Aktionsbündnis entstand, um die Forderungen für eine »faire Außenwirtschaft« in die Öffentlichkeit zu bringen. Vamos e.V. war zusammen mit »urgewald« und »Rettet den Regenwald« Gründungsmitglied des Bündnisses von Nichtregierungsorganisationen (NRO). Mittlerweile sind sechs NRO im Bündnis aktiv, die Einfluss auf die Landespolitik in NRW nehmen und die Proteste in Ecuador unterstützen.
Die WestLB-Pipeline verläuft in der Nähe von sieben aktiven Vulkanen, passiert 94 erdbebengefährdete Gebiete und bedroht insgesamt elf Schutzgebiete.

Eines davon ist das Mindo-Nambillo-Reservat, das zur ersten »Important Bird Area« Südamerikas erklärt wurde. Die Route durch das Gebiet wurde ein Jahr vor der Fertigstellung der Umweltverträglichkeitsprüfung festgelegt. Seitens der Regierung und der Betreiber wurde stets behauptet, dies sei die umweltfreundlichste Trasse. Der Umweltminister Ecuadors, César Narváez Rivera, gab im Oktober 2003 zu, die Trasse sei gewählt worden, weil man hier wenig Widerstand erwartet habe und weil sie billiger sei. Über 50 Erdrutsche in wenigen Monaten lassen befürchten, dass die Pipeline in den nächsten Regenzeiten brechen wird und katastrophale Ölverseuchungen im noch intakten Bergnebelwald hervorrufen wird.

Trotz aller Proteste wurde der Bau der Pipeline im Oktober 2003 abgeschlossen. Doch das Engagement von Vamos und den anderen NRO geht weiter und trägt erste Früchte: Die WestLB hat mittlerweile vorsichtige Kurskorrekturen für weitere internationale Kreditgeschäfte vorgenommen: Die Equator Principles wurden verfasst. Darin werden unverbindlich Willensbekundungen für die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards formuliert. Über die Anwendungspraxis dieser Selbstverpflichtung ist bislang nichts bekannt.

Aber dennoch zeigt dieser kleine Erfolg, dass auch »Tanker bewegt« werden können. Denn langfristig führt kein Weg – auch nicht der von »Global Players« – an nachhaltigem, sozial- und umweltverträglichen Wirtschaften vorbei.

Die Pipeline ist gebaut, doch für die Erschließung weiterer Ölquellen werden immer neue Gebiete der Einheimischen vereinnahmt, werden ihre Rechte weiter mit Füßen getreten und das ökologische Gleichgewicht des Regenwaldes bedroht.
Vamos e.V. setzt sich daher mit seinen ecuadorianischen Partnern auch in Zukunft dafür ein, dass der Regenwald und seine Bewohner von Ölfirmen und anderen ausländischen Investoren weitestgehend verschont werden (mehr).

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Mehr Infos unter www.eine-welt-netz-nrw.de

 

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